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Superkeime aus Indien – die Hygieneexperten beziehen Stellung
Die Ausbreitung multiresistenter Keime wie MRSA - Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus – stellt weltweit nach wie vor ein massives Problem für alle Gesundheitseinrichtungen dar. Auch vor einer drohenden Gefahr durch so genannte ESBL-Bildner, zu denen der neue „Superkeim aus Indien“ gehört, wurde in letzter Zeit immer häufiger auf Fachkongressen hingewiesen. Diese Befürchtungen sind nun leider Realität geworden.
Welt Online schreibt, dass ein „Superkeim aus Indien nach Europa eingeschleppt“ wurde, das Hamburger Abendblatt spricht davon, dass der „Superkeim aus Indien  sich weltweit auszubreiten droht“. Fakt ist, dass englische Wissenschafter den antibiotikaresistenten Keim bei 37 Patienten in Großbritannien festgestellt haben, die nach Operationen in Indien oder Pakistan nach Großbritannien zurückgekehrt waren. Auch in anderen Ländern wie Australien, Kanada, Schweden, den USA oder den Niederlanden wurde der Erreger bereits entdeckt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

 

Bei den mulitresistenten Erregern handelt es sich um Bakterien, die das NDM-1 Gen (Neu Delhi Metallo-beta-lactamase) tragen. Dieses Enzym führt dazu, dass alle herkömmlichen beta-Laktam-Antibiotika wirkungslos sind. Nach Angaben von Experten gibt es nur noch wenige Antibiotika, die bei den Superkeimen eingesetzt werden können. Die Entwicklung eines neuen Medikaments gegen die Bedrohung ist nach Aussagen von Experten nicht absehbar. Es wird befürchtet, dass sich wegen des Medizintourismus und der internationalen Reisetätigkeit der Superkeim sehr rasch weltweit verbreitet – denn in einer globalisierten Welt kennen Keime keine Grenzen.

 

Fraglich ist, ob die zunehmende Bedrohung durch multiresistente Erreger zu einem Umdenken führt. Denn was nützt es, wenn immer wieder neue Medikamente eingesetzt werden um die Symptome zu lindern, anstatt an der Ursache der Bedrohung anzusetzen. Nämlich, durch hygienische Maßnahmen die Krankheiten zu bekämpfen, bevor sie entstehen. Eine besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang die Hände-, Flächen- und Instrumentendesinfektion. Glücklicherweise sind die in Desinfektionsmitteln enthaltenen Wirkstoffe auch gegen antibiotikaresistente Mikroorganismen wirksam, da die Wirkmechanismen völlig unterschiedlich sind. Präparate, die eine nachgewiesene bakterizide Wirksamkeit gemäß Euronormen oder DGHM-Methoden besitzen, können somit einen wesentlichen Beitrag für die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung dieser gefährlichen Mikroorganismen leisten.
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