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Nur ein Bündel von Maßnahmen kann erfolgreich Pneumonien bei beatmeten Patienten verhindern

28. Dezember 2016

Die Mundpflege mit antimikrobellen Präparaten stellt dabei einen wichtigen Baustein bei der Pneumonieprophylaxe auf Intensivstationen dar

Die Gefahr schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Patienten. Wird es notwendig, dass ein Patient auf der Intensivstation künstlich beatmet werden muss, steigt sein Risiko für eine lebensbedrohliche Infektion erheblich.

Jeder dritte bis vierte Patient, der auf Intensivstationen künstlich beatmet wird, muss damit rechnen, im Laufe der Beatmung eine beatmungsassoziierten Pneumonie (VAP) zu erleiden. Damit ist diese Form der Infektion einer der häufigsten auf Intensivstationen. Aufgrund des häufig allgemein schlechten Gesundheitszustands der Patienten sind leider solche Infektionen auch mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Bis zu 50 % der Patienten versterben an ihrer Pneumonie.1

Durch diese Situation und die damit verbundenen erhöhten Pflegekosten besitzt die VAP-Prophylaxe bereits seit Jahren höchste Priorität unter Klinikern und Hygienikern. Viele Maßnahmen wurden auf ihre Wirksamkeit hin untersucht, aber nicht alle haben den strengen Kriterien der medizinischen Evidenz Stand gehalten. Klar ist, dass nur ein Maßnahmenbündel zum Erfolg führen kann. Diese Auffassung vertritt auch die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut,2 die in ihrer Empfehlung verschiedene Maßnahmen aufführt und nach ihrem Evidenzgrad bewertet. Beispielhaft sind Händehygiene, Absaugung, Hochlagerung des Oberkörpers sowie Sedierung genannt. Teil dieses Maßnahmenbündels ist auch die regelmäßige Mundpflege mit antiseptischen Substanzen, deren Wirksamkeit nachgewiesen wurde. Diese Einzelmaßnahme besitzt mit wenig anderen die höchste Evidenzstufe (IA) und basiert auf systematischen Reviews oder hochwertigen randomisirten, kontrollierten Studien. Untersuchungen, die mit PVP-Iod und hauptsächlich mit Chlorhexidin durchgeführt wurden, zeigten eine deutliche Risikominderung (Relatives Risiko RR = 0,67, Konfidenzintervall CI = 0,50 – 0,88; p = 0,004), wenn diese Substanzen zur VAP-Prophylaxe eingesetzt wurden.1

Neben Chlorhexidin und PVP-Iod steht auch Octenidin als antiseptischer Wirkstoff zur Verfügung. Dieser Wirkstoff ist im Produkt octenisept® enthalten. Dieses Antiseptikum und Arzneimittel ist wie entsprechende Chlorhexidin-Präparate auch für die Anwendung in der Mundhöhle zugelassen. Mund- und Rachenraum können mit dem Präparat ausgetupft werden. Es kann aber auch mit der Lösung gespült werden. Octenidin ist in seiner Wirksamkeit zumindest mit der von Chlorhexidin vergleichbar.3 Das Präparat octenisept® hat sich in der Mundhöhle in seiner Keimzahlreduktion gegenüber anderen Präparate als überlegen erwiesen.4

Hauptursache der VAP ist die Mikroaspiration von Bakterien aus den oberen Luftwegen. Alle erwähnten Wirkstoffe haben durch ihre antimikrobielle Wirksamkeit die Eigenschaft, die Bakterienanzahl in der Mundhöhle zu reduzieren und somit einen Beitrag zur Infektionsprophylaxe zu leisten. Aufgrund der vielfältigen Einflussfaktoren kann am Ende aber nur ein Maßnahmenbündel zum Erfolg führen und das bedrohliche Schwert einer Infektion zurückhalten.

Quellen:

1Labeau SO, Vyver K, Brusselaers N et al. Prevention of ventilator-associated pneumonia with oral
antiseptics : a systematic review and meta-analysis. Lancet Infect Dis 2011; 11: 845-54.
2RKI. Prävention der noskomialen beatmungsasssoziierten Pneumonie 2013. Empfehlung der
Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut.
Bundesgesundheitsbl 2013; 56: 1578-90.
3Koburger, T.; Hübner, N.O.; Siebert, J.; et al: Standardized comparison of antiseptic efficacy of
triclosan, PVP-iodine, octenidine dihydrochloride, polyhexanide and chlorhexidine digluconate. J
Antimicrob Chemother. 2010 ; 65 : 1712-1719
4Pitten, F.A.; Kramer, A.: Antimicrobial efficacy of antiseptic mouthrinse solutions. Eur J Clin Pharmacol.
1999; 55: 95-100

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