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Vogelgrippe in Deutschland auf dem Vormarsch

28. November 2016

Fachorganisationen sehen aktuell die Gesundheit der Bevölkerung als nicht gefährdet an. Bei Kontakt mit Vögeln sollten grundlegende Regeln der Hygiene beachtet werden.

Auch dieses Jahr breitet sich die Vogelgrippe unter Wildvögeln und Nutzgeflügel wieder
aus. Nachdem Anfang November die ersten toten Enten in der Nähe von Plön
auftauchten, wurde der Grippevirus mit dem Namen A(H5N8) ungefähr zeitgleich auch in
einem Mastputenbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen. Neben den
wirtschaftlichen Folgen für die betroffenen Betriebe geben diese Fälle immer auch wegen
möglicher Infektionen des Menschen Anlass zur Besorgnis.

Sowohl das Robert Koch Institut als auch internationale Gesundheitsorganisationen
(WHO, FAO, European Centre for Disease Prevention and Conrol ECDC) haben hierzu
in der letzten Woche übereinstimmend mitgeteilt, dass aktuell kein erhöhtes Risiko für die
Allgemeinbevölkerung besteht, wenn die grundlegenden Regeln der Hygiene eingehalten
werden.

Seit Juni diesen Jahres und verstärkt seit Herbst breitet sich der hoch pathogene
Vogelgrippevirus A(H5N8) durch wildlebende Vögel in Europa aus. Die Vögel befinden
sich auf dem Zug von Asien in ihre Winterquartiere. Bereits im Winter 2014/15 war dieser
Virusstamm zum ersten Mal über China nach Westeuropa gelangt und hatte in
Geflügelmastbetrieben in Deutschland, Großbritannien, Italien und den Niederlanden zu
Ausbrüchen geführt. Besonders anfällig für A(H5N8) sind Hühner, Enten und Gänse.
Auffällig in diesem Jahr ist, dass mehr Wildvögel dem Erreger zum Opfer fallen als beim
letzten Ausbruch im Winter 2014/15.

Wichtig für Schutzmaßnahmen ist es, den Weg zu kennen, auf dem die Erreger verbreitet
werden. Grippeviren finden sich bei infizierten Vögeln in hohen Konzentrationen in allen
Körpersekreten (z.B. Blut, Speichel, Kot) und werden über die Atemluft und durch
Schmierinfektionen über die Schleimhäute übertragen.

Alle Gesundheitsorganisationen weisen beruhigend in ihren Stellungnahmen darauf hin,
dass noch nie ein Fall bekannt wurde, bei dem Viren vom Typ A(H5N8) vom Tier auf den
Menschen übertragen wurden und Infektionen verursachten. Gleichzeitig betonen sie
aber auch, dass solche Übertragungen und Infektionen nicht völlig ausgeschlossen
werden können. Grund für ihre Sorge sind bekannte Übertragungen mit dem verwandten
Typus A(H5N6), der in der Vergangenheit in China zu schwerwiegenden Infektionen beim
Menschen geführt hat.

Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen und mögliche Übertragungen
grundsätzlich vorzubeugen, tut man gut daran, einige allgemeine Hygieneregeln zu
beachten. Insbesondere bei Kontakt mit toten Vögeln und bei berufsmäßigen Umgang in
Geflügelzuchtbetrieben sind Hygieneregeln einzuhalten.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat bereits im Jahre 2007 in
ihren Empfehlungen1 zum Schutz der Beschäftigten vor Infektionen mit Vogelgrippe-Viren
klare Regeln aufgestellt, um im Verdachts- oder Ausbruchsfall die Aerosol- und
Staubentwicklung sowie den Kontakt mit Körpersekreten bei Mitarbeitern zu begrenzen
bzw. zu verhindern. Für die Allgemeinbevölkerung empfehlen die Fachorganisationen
Vorsorgemaßnahmen. So sollen kranke oder tote Vögel möglichst nicht berührt und
umgehend an die zuständigen Veterinärbehörden gemeldet werden. Bei Kontakt sind die
Hände sorgfältig zu waschen oder mit einem alkoholischen Händedesinfektionsmittel (z.B.
desderman® pure, desmanol® N) zu desinfizieren.

Nach einer aktuellen Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung sollte
vorsorglich mit Geflügelprodukten bei der Zubereitung besonders hygienisch
umgegangen werden; so ist u.a. vor dem Verzehr dafür zu sorgen, dass Geflügel
ausreichend lange (2 min) und bei mindestens 70°C durchgegart wurde.

Ziel muss es sein, nicht nur den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, sondern auch
das Risiko für den Menschen so niedrig wie möglich zu halten. Wesentlich hierfür ist,
dass sich die Erreger unter Zuchtgeflügel nicht weiter ausbreiten. Deshalb besteht aktuell
in Schleswig-Holstein eine Stallpflicht für Geflügel. So wird der Kontakt mit Wildvögeln
unterbunden. Konsequente Hygienemaßnahmen wie z.B. Händedesinfektion sind Pflicht.
Die Lage ist zwar angespannt, aber nicht bedrohlich. Angesichts des geringen
Übertragungsrisikos und der eingeleiteten Vorsorgemaßnahmen können wir optimistisch
sein und uns auf die Weihnachtsgans freuen.
Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen und mögliche Übertragungen
grundsätzlich vorzubeugen, tut man gut daran, einige allgemeine Hygieneregeln zu
beachten. Insbesondere bei Kontakt mit toten Vögeln und bei berufsmäßigen Umgang in
Geflügelzuchtbetrieben sind Hygieneregeln einzuhalten.