Ein wesentliches Ziel der modernen Wundbehandlung besteht darin, die Selbstheilungskräfte des Körpers bestmöglich zu unterstützen. Hierzu ist ein tiefes Verständnis der Physiologie der Wundheilung wichtig, um individuelle Therapiestrategien nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickeln zu können.
Unabhängig von der Art der Wunde und vom Ausmaß des Gewebeverlusts verläuft jede Wundheilung in vier Phasen, die zeitlich fließend ineinander übergehen, teilweise überlappen und somit nicht streng voneinander zu trennen sind.

Die Wundinfektion gilt als häufigste und folgenschwerste Störung im Heilungsprozess. Sie wird durch verschiedenste Mikroorganismen (meist Bakterien und Pilze, seltener Viren) verursacht, die in die Wunde eindringen, sich dort ungehindert vermehren und schädigende Giftstoffe erzeugen, in Folge umliegendes Gewebe zerstören und zur Bildung von Nekrosen beitragen. Durch die Aktivierung von lokalen Abwehrmechanismen kommt es zu einer zeitlichen Verlängerung der Entzündungsphase und somit zu einer Verzögerung im Wundheilungsverlauf. Je länger eine Wunde besteht, desto höher das Risiko, dass sich die Infektion systemisch ausweitet und schlimmstenfalls zu einer lebensbedrohlichen Sepsis führt.
Moderne Antiseptika weisen eine hohe therapeutische Breite und gute Verträglichkeit auf und sind im Gegensatz zu Antibiotika bei bestimmten klinischen Indikationen auch für den Präventiv-Einsatz geeignet. Mithilfe dieser Maßnahmen können so in vielen Fällen langwierige Behandlungen verhindert werden. Die Indikation zur Antiseptik ist abhängig vom Stadium, von der Schwere, der Lokalisation und dem Grad der Kontamination/Infektion der Wunde.
Eine Wunde heilt dann am besten, wenn keine Keime eindringen können und sie „in Ruhe“ abheilen kann. Zudem ist ein feuchtes Milieu unerlässlich, wenn es um eine rasche Wundheilung ohne Narbenbildung geht, da sich unter feuchten Bedingungen die Zellen, die für den Verschluss der Wunde verantwortlich sind, besonders schnell vermehren und bewegen können. Mit dem umfassenden Sortiment von schülke zur Wundversorgung können alle Wundsituationen einfach und indikationsgerecht behandelt und der natürliche Heilungsprozess individuell und phasengerecht unterstützt werden.
Professionelle Wundversorgung beginnt mit einer gründlichen Anamnese. Die genaue Kenntnis des Gesundheitszustands, der Hautintegrität und des Zustands der Wunde bestimmen Therapie und Heilungsverlauf und helfen, den Therapieerfolg positiv zu beeinflussen und Komplikationen zu vermeiden.
Wunden lassen sich nach Ursache, Tiefe, Ausdehnung und Verschlussdauer einteilen. Eine zentrale und praxisnahe Unterscheidung ist die zwischen akuten und chronischen Wunden.
In unserem Wundkompendium finden Sie alles rund um Wundheilung & Octenidin - mit aktuellen Zahlen und Fakten zur Wundversorgung in Österreich sowie anschaulichen Fallbeispielen aus der Praxis.