
Ein wesentliches Ziel der modernen Wundbehandlung besteht darin, die Selbstheilungskräfte des Körpers bestmöglich zu unterstützen. Hierzu ist ein tiefes Verständnis der Physiologie der Wundheilung wichtig, um individuelle Therapiestrategien nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickeln zu können.
Unabhängig von der Art der Wunde und vom Ausmaß des Gewebeverlusts verläuft jede Wundheilung in vier Phasen, die zeitlich fließend ineinander übergehen, teilweise überlappen und somit nicht streng voneinander zu trennen sind.


Die Exsudations- bzw. Inflammationsphase setzt mit dem Moment der Verletzung ein und dauert unter physiologischen Bedingungen etwa drei Tage. Zelltrümmer, Keime und Stoffwechselabfallprodukte werden mechanisch ausgeschwemmt und das Gerinnungssystem wird aktiviert (Fibrinfasern umgeben Erythrozyten und Thrombozyten), um die Blutung zu stillen. Es wandern Leukozyten (v. a. neutrophile Granulozyten und Makrophagen) in das Wundgebiet ein, die Erreger und kleine Schmutzpartikel phagozytieren, verschiedene proinflammatorische Zytokine und Wachstumsfaktoren sezernieren sowie Proteasen freisetzen.

In der Proliferationsphase wird zell- und gefäßreiches Bindegewebe zur Defektauffüllung gebildet, das sogenannte Granulationsgewebe. Bei normaler Wundheilung sprießen ca. vier Tage nach Entstehung der Wunde kleine Blutgefäße ein, die das Granulationsgewebe versorgen. Fibroblasten bilden als Bindegewebszellen Kollagen. Die Wunde ist in der Granulationsphase meist gut durchblutet, hellrot, glasig bis transparent und feucht. Durch das neu entstehende Gewebe wird die Wunde aufgefüllt. So wird die notwendige Grundlage für die nachfolgende Epithelisierung gelegt.

Ab dem ca. 6. bis 10. Tag beginnt die Epithelisierung, die Wunde zieht sich zusammen. Die Kollagenfasern reifen aus, das Granulationsgewebe wird zunehmend wasser- und gefäßärmer und bildet sich zu Narbengewebe um. Die zunehmende Epithelisierung ermöglicht dann den Wundverschluss. Merkmal für diese Phase ist eine feine, blass rosafarbene Haut. Die Exsudation nimmt in diesem Wundstadium ab.

Nach Abschluss der Epithelisierung finden Umbauvorgänge statt mit dem Ziel, das neu gebildete Gewebe zu festigen und den ursprünglichen Gewebeaufbau weitgehend wiederherzustellen. Das Resultat stellt jedoch keinen vollständigen Hautersatz dar, sondern ein dünnes, gefäßarmes Ersatzgewebe, dem wesentliche Epidermisbestandteile (z. B. Talg- bzw. Schweißdrüsen, Pigmentzellen) und wichtige Eigenschaften der Haut (z.B. Neurotisation) fehlen.
Die Wundinfektion gilt als häufigste und folgenschwerste Störung im Heilungsprozess. Sie wird durch verschiedenste Mikroorganismen (meist Bakterien und Pilze, seltener Viren) verursacht, die in die Wunde eindringen, sich dort ungehindert vermehren und schädigende Giftstoffe erzeugen, in Folge umliegendes Gewebe zerstören und zur Bildung von Nekrosen beitragen. Durch die Aktivierung von lokalen Abwehrmechanismen kommt es zu einer zeitlichen Verlängerung der Entzündungsphase und somit zu einer Verzögerung im Wundheilungsverlauf. Je länger eine Wunde besteht, desto höher das Risiko, dass sich die Infektion systemisch ausweitet und schlimmstenfalls zu einer lebensbedrohlichen Sepsis führt.
Moderne Antiseptika weisen eine hohe therapeutische Breite und gute Verträglichkeit auf und sind im Gegensatz zu Antibiotika bei bestimmten klinischen Indikationen auch für den Präventiv-Einsatz geeignet. Mithilfe dieser Maßnahmen können so in vielen Fällen langwierige Behandlungen verhindert werden. Die Indikation zur Antiseptik ist abhängig vom Stadium, von der Schwere, der Lokalisation und dem Grad der Kontamination/Infektion der Wunde.
Eine Wunde heilt dann am besten, wenn keine Keime eindringen können und sie „in Ruhe“ abheilen kann. Zudem ist ein feuchtes Milieu unerlässlich, wenn es um eine rasche Wundheilung ohne Narbenbildung geht, da sich unter feuchten Bedingungen die Zellen, die für den Verschluss der Wunde verantwortlich sind, besonders schnell vermehren und bewegen können. Mit dem umfassenden Sortiment von schülke zur Wundversorgung können alle Wundsituationen einfach und indikationsgerecht behandelt und der natürliche Heilungsprozess individuell und phasengerecht unterstützt werden.

Professionelle Wundversorgung beginnt mit einer gründlichen Anamnese. Die genaue Kenntnis des Gesundheitszustands, der Hautintegrität und des Zustands der Wunde bestimmen Therapie und Heilungsverlauf und helfen, den Therapieerfolg positiv zu beeinflussen und Komplikationen zu vermeiden.
Wunden lassen sich nach Ursache, Tiefe, Ausdehnung und Verschlussdauer einteilen. Eine zentrale und praxisnahe Unterscheidung ist die zwischen akuten und chronischen Wunden.
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Lösung zur Wund- und Schleimhautdesinfektion. Zusammensetzung: 100 g Lösung enthalten: 0,1 g Octenidindihydrochlorid, 2,0 g 2-Phenoxyethanol. Anwendungsgebiete: Zur wiederholten, zeitlich begrenzten antiseptischen Behandlung von Schleimhaut und Übergangsepithel vor operativen Eingriffen, - in der Mundhöhle z. B. vor Zahnextraktionen oder Kürettagen, - im Urogenitaltrakt z. B. vor Hysterektomien - und im Rektalbereich z. B. vor dem Veröden von Hämorrhoiden. Im Vulvovaginalbereich mittels Applikator-Sprühkopf bei unkomplizierten bakteriellen Infektionen und Infektionen durch Pilze. Zur zeitlich begrenzten Wund- und Nahtversorgung sowie zur zeitlich begrenzten antiseptischen Behandlung infizierter Wunden der Haut. octenisept® kann bei Erwachsenen und Kindern ohne Altersbegrenzung eingesetzt werden. Die Unbedenklichkeit und Sicherheit der Anwendung ist auch bei Frühgeborenen ab der 24. Schwangerschaftswoche nachgewiesen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile. octenisept® sollte nicht zu Spülungen in der Bauchhöhle und der Harnblase und nicht am Trommelfell angewendet werden. Vorsichtsmaßnahmen: Um möglichen Gewebeschädigungen vorzubeugen, darf das Präparat nicht unter Druck ins Gewebe eingebracht bzw. injiziert werden. Bei Wundkavitäten muss ein Abfluss jederzeit gewährleistet sein (z.B. Drainage, Lasche). Hilfsstoffe: (3-Cocosfettsäure-amidopropyl)-dimethylazaniumylacetat, Natrium-D-gluconat, Glycerol 85%, Natriumchlorid, Natriumhydroxid, gereinigtes Wasser. Abgabe: rezeptfrei, apothekenpflichtig. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiseptika und Desinfektionsmittel, ATC-Code: D08AJ57; Octenidin, Kombinationen. Zulassungsinhaber: Schülke & Mayr Ges.m.b.H., Seidengasse 9, A-1070 Wien. Stand der Information: 07.2024. Weitere Angaben wie Dosierung und Art der Anwendung, Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen oder Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation.
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